Das erfüllte Versprechen

VON KATRIN BRAUN

Hunger, Kälte, Verzweiflung – die Wirren der Nachkriegsjahre haben viele Lebenswege geprägt. 1945 wurden durch Flucht und Vertreibung viele Familien heimatlos und auseinander gerissen. Diesem dunklen Kapitel der Geschichte widmet sich das Buch "Das erfüllte Versprechen" von Christina Klose.

Die Autorin wird 1945 während der Vertreibung aus Schlesien geboren. Jahrzehnte später verspricht sie ihrer Mutter Ina am Sterbebett, ein Buch über diese Zeit zu schreiben. Es wird ein ergreifender biographischer Roman. Zu Wort kommen darin auch der Vater sowie Freundinnen der Familie. Das Herzstück des Buchs sind die persönlichen Erinnerungen der Mutter, getippt auf einer alten Schreibmaschine, vor der Vergessenheit bewahrt und für die Tochter festgehalten.

Sie erzählen davon, wie die junge Frau während der Flucht aus Niederschlesien ihre Tochter zur Welt bringt und es ihr trotz unmenschlicher Umstände gelingt, das Leben des Babys zu schützen. Monatelang auf Landstraßen unterwegs, werden die Vertriebenen mit Vorurteilen konfrontiert, die sich noch Jahre später in der Ablehnung der Klassenkameraden gegenüber der kleinen Christina äußern. Doch in Zeiten der Not gab es auch Menschen, die das Wenige, was sie besaßen, mit den Heimatlosen teilten. Neben allen persönlichen Entbehrungen litt die Mutter Ina vor allem darunter, nicht mehr nach Hause zurückkehren zu können.

Bevor der Leser jedoch in diese bewegende Geschichte eintaucht, beschreiben trockene Lehrbuchdaten die Geschichte zwischen 1919 und 1945. Es folgt ein Überblick über die Vertreibung aus Ostpreußen, Pommern, Schlesien und dem Sudentenland.

Besonders die emotionalen Erinnerungen und Feldpostbriefe prägen diese Dokumentation. "Das erfüllte Versprechen" ist nicht nur ein Buch für Geschichtsinteressierte und Zeitzeugen sondern auch für die Nachkriegsgeneration. Denn es macht aus einem sehr privaten Blickwinkel heraus die Geschichte nachvollziehbar.

Quelle: www.rp-online.de